HEINRICH-TLASKAL-PREIS FÜR DIESSENER TAFEL

01. Februar 2016

DIESSEN | Landsberg – Zum ersten Mal ist heuer der Heinrich-Tlaskal-Preis verliehen worden: Beim Neujahrsempfang der Landkreis Landsberg-SPD überreichte Bundesministerin der Justiz a. D, Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin den mit 1.000 Euro ausgelobten Gedächtnispreis an die Diessener Tafel. Stellvertretend für die Tafel hat deren Leiterin, Ingrid Sämmer, den Scheck übernommen. Sie war überrascht über die Zuwendung und bedankte sich mit herzlichen Worten: „Unsere Gäste werden immer mehr, wir nehmen dankbar jede Unterstützung an.“ Die Diessener Tafel ist seit Beginn des Jahres im Traidtcasten des Kirchenzentrums untergebracht.

Der Rahmen war überaus festlich: Der vollbesetzte Festsaal im Historischen Rathaus Landsberg flankierte die Premiere des Heinrich-Tlaskal-Preises, der momentan mit 10.000 Euro ausgelobt ist, und jährlich in einer Höhe von 1.000 Euro an ein soziales Hilfswerk oder eine Persönlichkeit für Engagement und Einsatzfreude verliehen wird. Den Geldpreis begleitet eine Glasskulptur, die dem Ehrenpreis eine ästhetische Entsprechung verleiht und graviert ist mit Preisnennung und Jahreszahl. Der Impuls zum Heinrich-Tlaskal-Preis entstand in der Familie. Sohn Alfred Tlaskal und Enkel Patrik Beausencourt waren die Wegbereiter der Idee: „Es gibt viele Persönlichkeiten, die in ihrem Leben viel mehr geleistet haben, als sich selbst zu nähren“, sagt Patrik Beausencourt, „zu diesem Personenkreis gehörte auch mein Großvater.“ Um die Erinnerung zu wahren, habe er zum Todestag einhundert Rosen in Diessen verteilt. Unabhängig davon sprach sich Alfred Tlaskal für einen Preis aus, der das Erbe seines sozialdemokratisch aktiven Vaters auch mit einer Zuwendung verbindet, die Mitmenschen hilft.

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Es lag nahe, den SPD-Ortsverein als Basis der guten Botschaft zu nehmen. Deshalb sind die SPD-Gemeinderäte Hannelore Baur und Erich Schöpflin in der Jury, die die Preisvergabe entscheidet, die Familie wird in dem Preisgericht durch Patrik Beausencourt und Sakura Tlaskal vertreten. Zur ersten Preisverleihung sind vier Institutionen zur Auswahl gestanden. Dass letztlich die Diessener Tafel den Preis bekommen hat, erklärt Beausencourt: „Die Diessener Tafel leistet momentan für alle hilfsbedürftigen Menschen einen Beitrag, deshalb haben wir uns bewusst dafür entschieden.“

Heinrich Tlaskal ist am 17. Januar 1929 in Brün geboren und am 3. April 2014 in Diessen gestorben. Am 1. Januar 1946 ist er im Nachkriegsdeutschland der SPD beigetreten und hat sein Leben lang im Sinne der Sozialdemokratie gewirkt. Mit 27 Jahren wählte man ihn 1956 in den Marktgemeinderat Diessen, dem er – mit beruflich bedingten Unterbrechungen – 34 Jahre lang angehörte und 2002 verabschiedet worden ist. Das politische und humanitäre Wirken von Heinrich Tlaskal hat die Weichen für Landkreis übergreifende Politik gestellt und jahrzehntelang höchste Wertschätzung genossen.

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EHRENURKUNDEN AUS DER HAND EINER GROSSEN POLITIKERIN Die ehemalige Justizministerin Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin hat noch viel mehr Freude bereitet: Sie überreichte langjährigen Genossen aus dem SPD Ortsverein Diessen Ehrenurkunden und Ehrennadeln. Es waren dies Hans Leidemann für 65 Jahre Parteizugehörigkeit, Josef Jowanowitsch ist seit 60 Jahren dabei und Ernst Schatz (nicht anwesend) bringt es auf 50 Jahre Mitarbeit in der SPD. Text | Foto: Beate Bentele.

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