WENN HEIMAT ZU TEUER WIRD - WOHNEN IN DIESSEN

16. November 2015

DIESSEN – Der SPD Ortsverein (OV) bleibt dran an den Fragezeichen in der Ortspolitik. „Bezahlbarer Wohnraum in Diessen?“ ist das Thema der November-Veranstaltung, die am Donnerstag, 19. November der Frage nachgeht, wie es um den Wohnungsmarkt im schönen Markt am See bestellt ist. SPD-Gemeinderat Erich Schöpflin reflektiert die aktuelle Situation in Diessen und der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Lotte aus München bringt seine Erfahrungen als Landespolitiker ein. Die Vortrags- und Info-Veranstaltung beginnt um 20 Uhr im Saal beim Wirtshaus am Kirchsteig (Am Kirchsteig 30 in Diessen).

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Andreas Lotte, Jahrgang 1973, gehört zu den jüngeren Mitgliedern des Bayerischen Landtags. Als wohnungsbaupolitischer Sprecher steht die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im Zentrum seiner politischen Tätigkeit. In dieser Funktion kommt er auch an den Ammersee. Er berichtet in einem einstündigen Referat, wie es aktuell um Bauen, Wohnen und Leben im Lande steht und untersucht die Frage, wie Einheimische das Leben in ihrer Heimat finanzieren können.

Das ist momentan ein Problem in Diessen, „weil – so Patrik Beausencourt als stellvertretender Vorsitzender im SPD OV – der Wohnungsmarkt überaus angespannt ist.“ Dies bedeute gerade für junge Familien, dass finanzierbare Baumöglichkeiten fehlen. Details dazu berichtet Gemeinderat Erich Schöpflin in seinem Einführungsreferat, das den Status quo der Wohn- und Mietsituation in Diessen präzisiert. Schöpflin fasst zusammen, dass der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum über alle Gemeinderatsfraktionen hinweg gesehen wird. Einmal liege der Fokus auf jungen Familien, die kein Bauland erwerben können, weil die Bodenrichtpreiswerte – auch in Ortsteilen – schon über 400 Euro liegen, zum anderen sehe man im Gemeinderat durchaus den Bedarf von bezahlbarem Wohnen für Geringverdiener.

Weil Wegziehen aus Diessen keine Alternative ist, so Schöpflin, müssten die Handlungsansätze verändert werden. Daraus ergäben sich unter anderem Fragen an die Landespolitik nach Steuerungsmöglichkeiten für Kommunen, um im privaten Wohnungsbau auf die Schaffung von „Billigwohnungen“ zu drängen. Es müsse über mehrgeschossige Bauweise in Diessen nachgedacht werden. Des Weiteren sei zu hinterfragen, ob baurechtliche Lockerungen zu erwarten wären, falls die Gemeinde neue Wohnungen baut oder sich im sozialen Wohnungsbau engagiert. Letztlich müsse grundsätzlich geklärt werden, ob gemeindlicher Wohnungsbau überhaupt noch zur Daseinsfürsorge einer Kommune zählt.

Dem offiziellen Vortragsteil folgt „Im Klartext“ eine Möglichkeit für Interessierte, mit dem Landtagsabgeordneten und den Vertretern der SPD das Thema zu diskutieren und individuelle Fragen zu stellen.

Text: Beate Bentele

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